PTNS-Therapie des Beckenbodens: Moderne Hilfe bei Blasen- und Enddarmproblemen

Die perkutane tibiale Nervenstimulation (PTNS) ist eine innovative, risikoarme und minimalinvasive Behandlungsform im Bereich der Beckenbodentherapie. Sie richtet sich an Personen, die unter Beschwerden wie einer überaktiven Blase, Dranginkontinenz (unwillkürlicher Harn- oder Stuhlverlust) oder chronischen Beckenbodenschmerzen leiden.

Was ist PTNS?

Die PTNS-Therapie nutzt einen feinen elektrischen Stromimpuls, der über eine extrem dünne Akupunkturnadel am Unterschenkel gezielt auf den Schienbeinnerv (Nervus tibialis) wirkt. Dieser Nerv überträgt die Stimulation weiter an das sakrale Miktionszentrum im Rückenmark – das Steuerzentrum für Blase und Enddarm. Durch die Modulation der Nervenimpulse können Funktionen wie die Kontrolle der Blase und des Schliessmuskels positiv beeinflusst werden.

Wie läuft die Therapie ab?

  • Methode: sanfte elektrische Impulse werden über eine feine Nadel in der Nähe des Nervus tibialis am Fussknöchel abgegeben.
  • Die Behandlung wird in der Regel ambulant durchgeführt.

  • Meistens besteht sie aus 20 Sitzungen à 30 Minuten.

  • Bereits nach vier bis sechs Sitzungen zeigt sich bei den meisten Betroffenen eine spürbare Verbesserung der Symptome.

  • Je nach Ansprechen kann später eine Erhaltungstherapie in grösseren Abständen erfolgen.

Wer profitiert von der PTNS?

Menschen, die auf klassische medikamentöse Therapien oder Beckenbodentraining nicht ausreichend ansprechen, oder die Medikamente nicht vertragen, können von PTNS profitieren. Sie ist zudem eine Alternative zu invasiven Verfahren (Sakralen Neuromodulation etc.) Neben der Symptomverbesserung bei Harn- und Stuhlinkontinenz kann die PTNS auch krampfartige Schmerzen und Funktionsstörungen des Beckenbodens lindern.

Die Methode ist risikoarm. Nebenwirkungen wie leichte Rötung oder kurzfristiger Schmerz an der Einstichstelle sind selten und klingen rasch wieder ab.

Wann ist PTNS nicht geeignet?

  • Hauterkrankungen am Unterschenkel

  • Implantierter Herzschrittmacher oder Defibrillator

  • Schwangerschaft (bestehend oder geplant)

  • Nach Gefäss- oder Nervenoperationen im Bereich des Unterschenkels

Kostendeckung und Verbreitung

In der Schweiz wenden bisher nur wenige Zentren die PTNS-Therapie routinemässig an, obwohl die wissenschaftliche Wirksamkeit nachgewiesen ist. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt oft nach individuellem Antrag und medizinischer Begründung.

Informationen für interessierte Patientinnen und Patienten

Die Beschwerden rund um die Kontrolle von Blase und Enddarm oder chronische Schmerzen im Beckenboden können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Die PTNS-Therapie bietet eine moderne, wissenschaftlich fundierte Behandlungsmöglichkeit – insbesondere für jene, die andere Therapieformen nicht vertragen oder bei denen diese nicht ausreichend wirken.

Eine ausführliche Beratung durch erfahrene Spezialisten hilft, zu klären, ob PTNS für Ihre persönliche Situation geeignet ist. Ihre Fragen und Anliegen stehen dabei stets im Mittelpunkt – für eine Therapieentscheidung, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse und Lebensumstände abgestimmt ist.

Für Rückfragen und persönliche Beratung steht Ihnen das Team der Gastroenterologie Zürich AG gerne zur Verfügung.

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PTNS: Beckenboden-Training durch Elektrostimulation

PTNS (percutaneous tibial nerve stimulation) ist eine Behandlungsmethode zur Linderung von Symptomen bei Patienten mit Blasen- oder Darmproblemen, wie beispielsweise häufigem Harndrang oder Stuhlinkontinenz. Die PTNS-Therapie erfolgt durch elektrische Stimulation des Nervus tibialis im unteren Beinbereich, der mit den Nervenfasern in der Blase und dem Darm verbunden ist.

Im Allgemeinen umfasst die PTNS-Schulung die folgenden Schritte:

  1. Bewertung des Patienten: Der Arzt oder das medizinische Fachpersonal bewertet den Patienten, um festzustellen, ob er ein guter Kandidat für die PTNS-Behandlung ist.

  2. Lokalisierung des Nervus tibialis: Der Arzt oder das medizinische Fachpersonal lokalisiert den Nervus tibialis mithilfe einer Nadel.

  3. Elektrostimulation: Eine spezielle Elektrostimulationsausrüstung wird verwendet, um eine elektrische Stimulation des Nervus tibialis zu erzeugen.

  4. Dauer und Frequenz: Die Dauer und Frequenz der Stimulation werden basierend auf den individuellen Bedürfnissen des Patienten und der Reaktion des Körpers auf die Behandlung angepasst.

  5. Verwaltung der Behandlung: Die PTNS-Behandlung erfolgt normalerweise in einer Arztpraxis oder einer medizinischen Einrichtung. Eine vollständige Behandlungsserie kann mehrere Sitzungen erfordern.

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